Halde Rungenberg

"Nachtzeichen" auf Halde Rungenberg

Ein Samstag Abend im Februar. Das Haldenkind hat mittlerweile ganze Schwärme Hummeln im Allerwertesten; der Winter mit seinem ständigen Dauerregen dauert einfach schon zu lange. Da dieser Samstag wohl der einzige in den nächsten Tagen sein wird, an dem es mal nicht regnet, und die Temperaturen auch noch annehmbar sind, habe ich mich für einen kleinen Abstecher nach Gelsenkirchen-Buer entschieden. Dort wirft die Halde Rungenberg ihren Schatten auf die Zechensiedlung Schüngelberg.

 

Der Rungenberg entstand durch den Abbau der Zeche Hugo, welche nach dem Zusammenschluss mit Ewald in Herten und die daraus resultierende Verlagerung der Förderung des Baufelds Hugo am 30. April 2000 ebenso wie Ewald geschlossen wurde. Nach der Schließung entstand nun auch hier eines der vielen Naherholungsgebiete, welche man heute auf den verschiedensten Industriegeländen im Pott findet.

 

Die Halde mit ihrer Landmarke ist leicht mit dem Öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Von Gelsenkirchen Hbf fährt die Straßenbahnline 301 (Richtung Essener Straße) direkt an der Halde vorbei. Einfach an der Haltestelle „Zeche Hugo“ aussteigen. Von hier sieht man die Halde auch schon und man kann darauf loslaufen. Wenn man von der Siedlung Schüngelberg den Aufstieg wagt, führt eine mit ca. 300 Stufen bestückte Treppe hinauf zum Gipfel.

 

Zusammen mit meinem Mann und Kameraassistenten haben wir den Aufstieg jedoch von der anderen Seite in Angriff genommen. Mit ihren 110 m über dem Meeresspiegel gehört die Halde mit zu den höchsten im Ruhrgebiet. Hier führt ein in Schleifen angelegter Weg zum Ziel. Wer sich bei Dunkelheit an den Aufstieg wagt, sollte sich jedoch eine Taschenlampe mitnehmen, da der Weg, wie auch die gesamte Halde, nur im unteren Teil beleuchtet wird. Mit den Erfahrungen aus den letzten Jahren hatte ich selbstverständlich meine Taschenlampe dabei, wobei ich jedoch feststellen musste, die kleine ist doch ein wenig leistungsschwach, so dass ich nun „eine neue Taschenlampe anschaffen“ auf meine Liste gesetzt habe.

Nach dem Dauerregen der letzten Tage waren die Wege schon recht schlammig und um uns den Aufstieg etwas zu verkürzen, haben wir zwischendurch die Querfeldein-Abkürzung genommen, wobei ich festgestellt habe, dass meine Kondition immerhin noch rudimentär vorhanden ist.

 

Auf dem Gipfel erwartete uns dann die Landmarke und eine hervorragende Aussicht über Gelsenkirchen und dem Pott. Diese besteht aus einer aufgeschütteten Pyramide, welche in der Mitte zerschnitten ist. Ein Flutlicht in Form eines auf den Himmel gerichteten Fernrohrs auf dem höchsten Punkt jeder Hälfte und deren Lichtstahl vereint die Pyramide wieder zu einem Ganzen. Die Lichtinstallation „Nachtzeichen“ wurde von Hermann EsRichter aus Oberhausen und Klaus Noculak aus Berlin kreiert. Die beiden Künstler gewannen 1993 hiermit den Wettbewerb den Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung der Halde.

 

Das „Nachtzeichen“ wird jeden Tag eine halbe Stunde nach der Straßenbeleuchtung eingeschaltet und schickt seine Strahlen bis Mitternacht in den Himmel. Und was soll ich sagen? Irgendwas ist immer. Einer der Strahler fiel immer wieder aus, und wenn er brannte, dann nur für eine Minute. Also Geduld, Geduld. Da war jedoch noch eine zweite Sache, die mir meine Nerven zerriss.

Auf den Halden hat man in der Regel immer mit etwas Wind zu rechnen, aber hier oben war es nicht nur etwas windig. Eiskalte Böen schüttelten nicht nur mich, sondern auch meine Kamera durch. Sehr ungünstig, wenn man mit hohen Belichtungszeiten arbeitet. Die Versuche, die Kamera irgendwie gegen den Wind abzuschirmen scheiterte schon daran, dass der Wind scheinbar aus allen Richtungen blies.

Seltsame Sichtung - Welcome to Gotham City! - Em, natürlich Gelsenkirchen

Das Ergebnis: ein paar Bilder sind halbwegs vorzeigbar. Aber es sind nicht viele geworden. Doch wird mich die Halde nicht das letzte Mal gesehen haben. Ich werde dann die Halde auch bei Tageslicht erforschen und ebenso noch einmal die Nachtaufnahmen.

 

Lange haben wir es da oben nicht ausgehalten, der Wind war einfach schrecklich, so dass wir uns bereits auf eine heiße Dusche und einen Tee gefreut haben.

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